Factory of Found Clothes/Gluklya «Dumped Dreams»

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Factory of Found Clothes/Gluklya, RUS: «Utopian Unemployment Union N1», 2009 (Video

 

Utopian Unemployment Union, 2009-2011
N1 – St. Petersburg, 2009, Video-Dokumentation der Tanzperformance, 14 min

Die Künstlerin Gluklya, hinter deren Pseudonym sich Natalia Pershina aus St. Petersburg verbirgt, arbeitet an den sozialen Missständen unserer neoliberalen Werteordnung, in der Leistungsdruck und Selbstmarketing tonangebend sind. Als Gründerin des Künstlerinnenduos «Factory of Found Clothes» und Mitglied des russischen Kollektivs «Chto Delat?» entwickelt Gluklya mit ihrer Partnerin Tsaplya performative Utopien einer anderen Ordnung. Das Projekt «Utopian Unemployment Union» (UUU) ist eine soziale Anordnung und ein Rollenspiel zugleich, in dem Lebensmodelle und Schicksale gespiegelt werden. Das erste UUU-Projekt richtete sich als Einladung an arbeitslose Männer in St. Petersburg und an Tänzerinnen des Vaganova-Balletts, sich mit ihren eigenen Wünschen nach einem idealen Partner auseinanderzusetzen. Die Konstellation der für ihr Erfolgsstreben und ihre Disziplin bekannten Ballerinas mit den in ihrer Rolle als traditionelle Familienernährer verunsicherten Männern ist eng mit der Transformation der russischen Gesellschaft vom Spätsozialismus zum Hyperkapitalismus und den traditionellen Vorstellungen von Frauen und Männern verknüpft. Geht es den Künstlerinnen doch um das gegenseitige Aufbrechen von Clichés, von stark und schwach, von Erfolg und Misserfolg und um Erfahrungen von Einsamkeit und Gemeinschaft. Die UUU will Menschen aus unterschiedlichen sozialen Sphären mit ihren realen Erlebnissen von Einschluss und Ausschluss in ihrem Verständnis einander näher bringen. Ist das utopisch?
In Zürich wird Gluklya ein ähnliches Experiment durchführen, wenn sie in ihrem Workshop «Dumped Dreams», der UUU Nr. 4 (nach Paris und Gent), mit AsylbewerberInnen aus Zürich daran geht, deren Träume tänzerisch-performativ mit Choreografin und TänzerInnen zu erarbeiten. Die Künstlerin beleuchtet hierbei zweierlei Marginalisierungen, die unserer rechtlosen Mitmenschen und die der Träume. Auch hierbei geht es um gegenseitige Erfahrungen von Zuschreibungen wie «ExpertInnen» und «Sozial Schwache», um Einsamkeit und Gemeinschaft, und darum, welche Utopien die Träume der «Anderen» offenbaren.

Dumped Dreams, Utopian Unemployment Union No.4 (Workshop, 21.-30.03.2011)
Performance Aufführung des Workshops: 30. März 2011, 21 Uhr, Shedhalle Zürich
  

/ www.factoryoffoundclothes.org

Lebensmodelle und Schicksale gespiegelt